Der Wortschatztest

Mensch aus meinem Umfeld (*): „Björn, warum machst du eigentlich bei diesem Wortschatztest bei Facebook nicht mit?“

Björn: „Ich fürchte mich!“

Mensch aus meinem Umfeld: „Du hast Angst davor zu versagen?“

Björn: „In diesem Zusammenhang trifft ‚Angst‘ den Kern meiner Empfindung oder besser: meiner emotionalen Wahrnehmung höchstens ansatzweise, da gemeinhin der Begriff ‚Angst‘ sehr indifferent und auch undefiniert gebraucht wird und daher nur schlecht verortet werden kann in unserer sprachlich eher gering interessierten Gesellschaft, die nur selten auf semantische Genauigkeit Wert legt und oftmals gerade im Bereich der Gefühlsbeschreibung leider immer häufiger lustlos Begriffe synonymisch gebraucht, die miteinander allerdings höchstens im selben Wortfeld sich tummeln, sich mit viel Wohlwollen vielleicht immerhin marginal berühren, aber in keinster Weise tatsächlich gleichbedeutend sind. ‚Angst‘ ist in diesem Falle zwar nicht, wie häufig angenommen, eine phobische Verschiebung des eigenen Selbst-Bewusstseins im Sinne der Eigenwahrnehmung der diffusen Grundbefindlichkeit zu einer pathologischen Fehleinschätzung der eigenen Person innerhalb des selbsterschaffenen Soziotops, dennoch greife ich lieber zu einem in keinster Weise konkretisierten oder vorbelasteten Begriff wie ‚Furcht‘, noch lieber sogar zu dem Verb ‚befürchten‘, da dieses durch seine Verbhaftigkeit eine Veränderung, auch und gerade bezogen auf die zukünftige Situation und die Reaktion auf dieselbe, beinhaltet. Aber lassen wir diese tour de force auf den mäandernden oder gar labyrinthischen Pfaden der Linguistik und begeben uns auf den Allgemeinplatz der Durchschnittlichkeit, wo wir uns traumdoof in der Unschärfe von Wort und Inhalt, wenn ich diese heisenberg’sche Verbindung erschaffen und das so sagen darf, und in einem simplen Denken bestehend aus Synonym und Antonym bewegen, immer in der Hoffnung, in uns das aimabel goetheanische, wenn nicht vielleicht goetheesk omniperzeptive Urgenie zu entdecken, das erfinderische und schöpferische Selbst der eigenen Sprach- und Sprechfähigkeit nachgerade, das wir apologetisch vermutend uns einzureden versuchen. Verleugnen wir all dies für den Moment und lassen wir mich weltvergeistigt simplifiziert sagen: Ja, ich habe Angst, aber nicht davor zu versagen. Ich habe Angst davor, euch alle zu demütigen!“

* Name der Redaktion bekannt

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