Ein paar Sätze,

die ich in den letzten Tagen in mein Tagebuch geschrieben habe. Ich bin zu müde, um einen anständigen Text daraus zu weben. Vielleicht könnt ihr ja etwas Sinnvolles damit machen und sie irgendwo einbringen. In ein Gespräch, einen Artikel oder eine Diskussion zum Beispiel.

„Wie sehr sich doch Bedeutungen verschoben oder aufgelöst haben: Aus dem durchweg positiven ‚Wir sind das Volk!‘ wurde eine inhaltslose, weil abstrakte Forderung, die von machtgeilen Hetzern missbraucht wird. Und so bleibt nichts als eine Floskel übrig.“

„Natürlich sind Sie kein Rassist. Sie haben ja nichts gegen Neger. Oder Krüppel.“

„Die pöbelnden Alt- und Neunazis werden sich nicht ändern. Gebt sie verloren. Sie sind nicht so zahlreich wie man meinen könnte. Lasst sie weiter im Internet Mord und Totschlag fordern und reagiert besonnen und mit rechtlichen Mitteln auf ihre Worte und Taten. Es sind die unsicheren Mitläufer, die verwirrt, überfordert und wütend den Rattenfängern folgen, um die wir uns kümmern müssen.“

„Mein Name ist unwichtig, aber ich nehme dich ernst.“

„Den Begründer der Bezeichnung ‚biodeutsch‘ sollte man zusammen mit dem Erfinder von ‚Vleisch‘ in ein Zimmer sperren, damit er mal nachdenkt, welchen Scheiß er da verbrochen hat. Und den Arsch, der dafür gesorgt hat, dass ‚Gutmensch‘ negativ konnotiert ist, gleich mit dazu.“

„Das einzige was sich an der persönlichen Situation ändern wird, ist, dass sie jetzt beim Wichsen an Frauke Petry denken müssen und nicht mehr an Angela Merkel.“

„Ich glaube, Costas aus der mobilcom-Werbung zieht uns mehr Kohle aus der Tasche als irgendein Flüchtling. Und wie gefährlich ist eigentlich dieser Tech-Nick? Mit dem Bart könnte der doch direkt als Islamist durchgehen.“

„Auch ein dummer Beruf: Hodendesigner.“

„Wenn ich nachfrage, inwieweit sich die persönliche Situation denn ganz konkret verändert habe, bekomme ich keine Antwort. Oder eine völlig diffuse. Oder eins aufs Maul.“

„Wer offen zugibt, dass er eine Partei wählt, deren Wahlprogramm er nicht kennt oder deren Ansichten er nicht teilt oder deren Vertreter seiner Meinung nach unfähig sind, eine andere Politik zu machen, und der offen zugibt, dass er diese Partei nur aus Protest wählt, um den anderen Parteien und insbesondere der Kanzlerin einen Denkzettel zu verpassen, sollte sich überlegen, ob er damit nicht denjenigen das Heft in die Hand gibt, die auch nicht mehr können und genauso eine Politik machen wie bisher, nur aggressiver, und bei der die sogenannten Normalbürger auf der Strecke bleiben. Und ich meine damit nicht die CSU.“

„Wessis sind auch nicht besser oder klüker als Ossis. Sie wohnen nur woanders.“

„Jemanden als ‚drecks kinderficker wo vergast soll‘ zu bezeichnen, anderen Menschen anale Vergewaltigungen mit Stock und Lanze zu wünschen oder mit Mord zu drohen und das auch noch in einer unverständlichem Sprache, bringt uns alle nicht weiter. Es ist aber auch nicht sinnvoll, jemanden auf Artikulationsschwierigkeiten zu reduzieren und auszulachen, weil er von jemand anderem fordert, Deutsch zu lernen, obwohl er es selbst nicht kann. Viele die etwas selbst nicht können, aber glauben zu wissen wie es geht, übernehmen gerne Plätze in einer Jury.“

„Wer behauptet, nicht nationalistisch oder rassistisch zu sein, aber dennoch die Deutschen (wer immer das auch sein mag) als überlegen ansieht, sollte sich fragen, ob er vielleicht völkisch denkt.“

„Ich lebe als Badener in Württemberg, und das ist auch nicht immer lustig. Voll integriert bin ich auch nicht. Ich spreche zum Beispiel noch immer nicht richtig schwäbisch.“

„Wie will man denn gewinnen, wenn der Gegner den Rasen zusammentritt, auf dem doch beide Mannschaften spielen?“

„Angst ist ein schlechter Motivator. Angst ist fast immer eine Angst vor einer abstrakten, diffusen Zukunft. Letztendlich Angst vor Veränderung. Das ist nur natürlich. Aber nach Veränderung zu rufen, obwohl man Angst vor Veränderungen hat, ist nicht logisch, sondern paradox.“

„Ich habe mehr Angst davor, dass mir ein aufrechter Deutscher die Fresse poliert als davor, dass mich der Moslem in die Luft sprengt.“

„Natürlich kann ich das alles im Internet lesen. Ich kann auch in der Bibel die vermeintlichen Hintergründe für die Existenz von Chemtrails finden. Oder im Telefonbuch. Ich muss dafür lediglich die Buchstaben anders anordnen.“

„Ich werde nicht begründen, warum ich Xavier Naidoo für einen Vollpfosten halte. Das erschließt sich von selbst.“

„Die AfD hat bisher nichts geleistet außer schwammige Forderungen zu stellen und sich wählen zu lassen.“

„Ich bin auch kein Fan von Angela Merkel. Ich habe genügend Gründe, sie zu kritisieren, und ich mag auch ihre Hosenanzüge nicht. Aber durch die AfD-Fraktionen in den Parlamenten, die eine Regierungsbildung allein schon rechnerisch erschweren (und im schlimmsten Fall blockieren), wird nur das verstärkt, was bisher hauptsächlich angeprangert wurde: Politischer Stillstand.“

„Vielleicht sollte ich mich auch radikalisieren und fundamentalistischer Buddhist werden. Mit hardcore meditating und extreme compassion developing.“

„Den Satz ‚Ich habe Angst um meine Kinder!‘ habe ich schon vor dreißig Jahren gehört. Genauso wie den Satz ‚Man traut sich ja als Frau gar nicht mehr vor die Tür.‘ Dem folgte dann immer: ‚Unterm Hitler konnte man wenigstens noch nachts auf die Straße gehen, ohne Angst haben zu müssen, dass einem etwas passiert.’“

„Ich jedenfalls maße mir nicht an, die wirtschaftlichen Wechselbeziehungen zwischen Ländern zu durchschauen und angemessen beurteilen zu können.“

„Es ist ja schön und gut, dass man jemanden lobt, weil er etwas ausspricht, was man sich selbst nicht zu sagen traut, da man sonst gleich in die rechte Ecke gestellt würde. Aber jemandem mutig zu nennen, der in einem Land, in dem man alles aussprechen darf, was einem so unreflektiert durch den Schädel rauscht, etwas ausspricht, ist dann doch ein wenig albern.“

„Sie würden wahrscheinlich auch Billy Idol eine Namensänderung empfehlen, weil er allein schon optisch alles andere als ein Idol ist.“

„Nein, ich habe nicht den Anspruch, immer recht haben zu müssen, und die Weisheit habe ich auch nicht mit Löffeln gefressen. Aber ich bin wenigstens kein Arschloch.“

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