Fuck you, E-Book

FU E-BookZehn Dinge, die du mit einem E-Book nicht machen kannst, mit einem richtigen Buch aber schon (und manchmal, aber nur manchmal, mit einem E-Book-Reader)

I.
Du kannst ein E-Book nicht mit Geschenkpapier einpacken mit bunten Bändchen drumrum, weil du einem lieben Freund eine Freude machen willst, einfach so, weil du ihn gern hast und einfach mal „Danke“ sagen möchtest.

II.
Du kannst ein E-Book nicht unter ein Stuhlbein legen, damit er nicht mehr wackelt. Oder in den Schrank stellen, damit die anderen Bücher nicht umfallen. Oder in den Türrahmen klemmen, damit bei Durchzug die Tür nicht zufällt, während du nur schnell den Restmüll in die Restmülltonne vorm Haus wirfst und natürlich den Schlüssel auf dem Küchentisch hast liegen lassen.

III.
Du kannst ein E-Book nicht unter der Bettdecke verstecken, weil Schweinkram drinsteht und du nicht willst, dass deine Mutter es findet.

IV.
Du kannst in einem E-Book nicht mit einem Kugelschreiber rumschmieren. Oder mit einem Textmarker Passagen anmalen, die dir gefallen. Oder aber mit einem Edding ganze Abschnitte schwärzen, die dir nicht gefallen.

V.
Du kannst keinen Rotwein über die Seiten eines E-Books schütten oder darauf abaschen, um Jahre später zu sagen: „Guck mal, dieser Fleck ist damals entstanden, als ich morgens um fünf trunken vor Lust und Wein der kleinen Rothaarigen Gedichte vorgelesen habe und sie mir dann direkt um den Hals gefallen ist, weil sie von den Versen Rilkes komplett in Verzückung geraten war, das geile Luder!“

VI.
Du kannst ein E-Book nicht signieren lassen, nicht vom Autor und auch nicht von Mark Zuckerberg, der ja bekanntlich überall seine Finger drin hat.

VII.
Du kannst ein E-Book nicht vor Wut in die Ecke pfeffern oder aus dem Fenster werfen, weil es Scheiße ist. Zum Beispiel „Der Vogel ist ein Rabe“ von Benjamin Lebert – weg damit! Oder „Das Blütenstaubzimmer“ von Zoë Jenny – raus, du Sau!

VIII.
Du kannst zwischen den Seiten eines E-Books keine Sommerblumen oder Blätter vom Bodhi-Baum pressen, diese Jahre später überrascht und -wältigt finden und melancholisch seufzen „Hach ja!“ Außerdem kannst du die Seiten auch nicht benutzen, um Fish&Chips darin einzuwickeln, was letztendlich zum Zusammenbruch der gesamten britischen Kulinarik führen würde. (Naja, letzteres wäre eigentlich schon fast ein Vorteil…)

IX.
Du kannst kein E-Book im Antiquariat finden, freudestrahlend brüllen „Wie geil, das such‘ ich schon seit einer Ewigkeit!“, es aufschlagen und lächelnd und kopfschüttelnd feststellen, dass dich da ein ein Ex-Libris-Stempel von Franz Magnus Klingensilcher anlacht, dem Urgroßvater des ehemaligen Betriebsleiters der Schraubenfirma des Onkels zweiten Grades des Nachbarn deiner Eltern.

X.
Du kannst – und das ist wohl das allerallerwichtigste – keine Seite aus einem E-Book reißen, sie zusammenknüllen und aufessen, um das Geheimnis zu bewahren, auf dass es die Obrigkeit niemals erführe und dadurch die Revolution aufhielte.

XI.
Du kannst ein E-Book allerdings ganz still und heimlich updaten, weil du festgestellt hast, dass aus den zehn Dingen plötzlich elf geworden sind, wovon aber niemand etwas merken wird, denn wenn es nicht gedruckt wurde, dann ist alles ja irgendwie so, als wäre es schon immer so gewesen. Und das ist doch einfach doppelplusgut!

tl;dr
Fuck you, E-Book!

Kommentare sind geschlossen.